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Film- und Seriengenres

Mise-en-scène

Auch bekannt als Inszenierung im Bild

Alles, was in einer Einstellung vor der Kamera arrangiert wird: Szenenbild und Requisiten, Kostüm und Maske, Licht sowie Position und Bewegung der Schauspieler.

In der Praxis

Mise-en-scène ist alles, was vor der Kamera platziert und für sie arrangiert wird: das Szenenbild mit seinen Requisiten, Kostüm und Maske, das Licht und die Frage, wo die Schauspieler stehen und wie sie sich bewegen. Der französische Ausdruck bedeutet „in Szene setzen“. Er stammt aus dem Theater, wo der Regisseur bestimmte, wie ein Stück aussieht und sich bewegt, und die Filmkritik hat ihn für dieselben Entscheidungen innerhalb einer Einstellung übernommen. Im Deutschen spricht man auch von der Inszenierung im Bild.

Der Begriff ist wichtig, weil diese Entscheidungen selbst Bedeutung tragen. Eine enge Küche mit einer einzigen nackten Glühbirne sagt etwas über eine Familie, bevor jemand spricht. Eine Figur, die allein am Ende eines langen Tisches im Bild steht, zeigt, wer im Raum das Sagen hat. Die Kritik liest Mise-en-scène wie Dialog: als eine Reihe von Entscheidungen, die auch anders hätten ausfallen können.

Für Drehbuchautorinnen und -autoren ist Mise-en-scène vor allem Sache von Regie und Ausstattung, aber das Drehbuch fängt sie an. Szenenüberschriften wählen den Ort, Regieanweisungen wählen die wenigen Details, die zählen, und ein gut gewählter Gegenstand kann die Arbeit eines ganzen Satzes übernehmen. Das Handwerk besteht darin, zu schreiben, was das Publikum sehen muss, und den Rest des Bildes denen zu überlassen, die es bauen.

Eine Szene, die ihre Mise-en-scène in drei Zeilen setzt

Eine Tochter besucht das Haus, in dem sie aufgewachsen ist

INT. BAUERNHAUSKÜCHE - NACHT

Eine Glühbirne über dem Tisch. Acht Stühle, sieben davon an der Wand gestapelt. GRACE (40er), noch im Mantel aus der Stadt, bleibt in der Tür stehen.

Ihr VATER (70er) isst allein am Kopfende. Er sieht nicht auf.

VATER

Auf dem Herd steht Suppe.

Grace zieht einen Stuhl vom Stapel. Er schrammt über den Boden. Sie stellt ihn ans andere Ende des Tisches und setzt sich.

Das Drehbuch nennt nur, was die Szene braucht: das einzige Licht, die gestapelten Stühle, den Mantel, den sie anbehält, den Abstand, den sie am Tisch wählt. Eine Regisseurin wird noch viel mehr hinzufügen, aber diese Details sagen dem Publikum schon, dass die Familie geschrumpft ist und Grace nicht vorhat zu bleiben. So beginnt Mise-en-scène auf der Seite.

Was Mise-en-scène bedeutet

Mise-en-scène kommt vom französischen mettre en scène, in Szene setzen. Im französischen Theater des 19. Jahrhunderts war der metteur en scène derjenige, der das Stück einrichtete, und die Mise-en-scène war das Ergebnis: Bühnenbild, Beleuchtung und das Spiel der Darsteller. Im Französischen heißt ein Filmregisseur bis heute oft metteur en scène. In den 1950er-Jahren machten die Kritiker der Cahiers du cinéma die Mise-en-scène zum Maßstab, an dem sie einen Autorenfilmer erkannten.

In der Filmwissenschaft umfasst der Begriff, was im Bild erscheint und wie es angeordnet ist. Die meisten Lehrbücher folgen Film Art von David Bordwell und Kristin Thompson und teilen ihn in vier Bereiche: Szenenbild, Kostüm und Maske, Licht sowie Figurenführung, also Position, Bewegung und Spiel der Darsteller. Manche zählen auch Bildausschnitt und Kamerabewegung dazu, andere rechnen sie zur Kamera. Sag dazu, welche Bedeutung du meinst, wenn es darauf ankommt.

Die Elemente der Mise-en-scène

Das Szenenbild ist der Ort und alles, was er enthält. Es kann im Studio gebaut oder als Motiv vorgefunden werden, realistisch oder stilisiert sein. Ein Gegenstand, der für die Geschichte zählt, wie die Schneekugel in Citizen Kane, gehört zum Szenenbild, das die Kamera hervorhebt.

Kostüm und Maske zeigen, wer eine Figur ist und wie sie sich verändert. In Der Pate wechselt Michael Corleone von der Militäruniform zu den dunklen Anzügen des Familiengeschäfts. Farbe, Schnitt und Abnutzung zählen: Ein Kostüm, das zu sauber für die Welt der Figur ist, ist ebenfalls eine Entscheidung.

Das Licht bestimmt, was wir sehen und was wir fühlen. High-Key-Beleuchtung ist hell und gleichmäßig, Low-Key-Beleuchtung lässt tiefe Schatten stehen, wie im Film noir. Richtung und Farbe des Lichts können ein Gesicht isolieren, eine Bedrohung verbergen oder einem Raum Wärme geben.

Die Figurenführung, im Englischen staging oder blocking, ist die Frage, wo Menschen stehen und wie sie sich zueinander und zur Kamera bewegen. Wer im Vordergrund steht, während eine andere Figur weit hinten bleibt, wirkt dominant. Figuren, die sich im Lauf einer Szene annähern oder voneinander entfernen, können zeigen, dass eine Beziehung sich ändert, ohne ein Wort Dialog.

Beispiele für Mise-en-scène im Film

Die Filme von Wes Anderson dienen oft zur Erklärung des Begriffs, weil ihre Mise-en-scène so sichtbar ist: symmetrische Kulissen, kontrollierte Farbpaletten und Darsteller, die wie Figuren in einem Diorama stehen. In Grand Budapest Hotel hat jede Zeitebene sogar ihr eigenes Farbschema und ihr eigenes Bildformat.

Citizen Kane von Orson Welles nutzt Tiefeninszenierung, mit wichtiger Handlung im Vorder- und Hintergrund zugleich. In einer berühmten Einstellung unterschreibt Kanes Mutter im Vordergrund an einem Tisch über die Zukunft ihres Sohnes, während der Vater protestiert, und der Junge spielt im Schnee, sichtbar durch das Fenster hinter ihnen.

Auch realistische Filmemacher setzen Mise-en-scène gezielt ein. Filme des italienischen Neorealismus wie Fahrraddiebe wurden auf echten Straßen mit Laiendarstellern gedreht, sodass die überfüllte Stadt Teil der Geschichte wird. Im deutschen Expressionismus, etwa in Das Cabinet des Dr. Caligari, sind dagegen schräge, gemalte Kulissen selbst Ausdruck eines verstörten Geistes. Die Entscheidung, dass etwas ungestellt wirken soll, ist ebenso eine Entscheidung darüber, was ins Bild kommt.

Mise-en-scène, Montage und Kamera

Mise-en-scène ist, was innerhalb einer einzelnen Einstellung geschieht. Montage ist die Bedeutung, die zwischen Einstellungen entsteht, wenn man sie verbindet. Die Filmtheorie hat beide lange gegeneinandergestellt: Sowjetische Filmemacher wie Sergei Eisenstein sahen in der Montage das Herz des Kinos, während der Kritiker André Bazin lange Einstellungen und Schärfentiefe lobte, die eine Szene in einem einzigen Bild entfalten lassen.

Die Kamera, oft auch Bildgestaltung genannt, ist die Art, wie die Szene gefilmt wird: Objektiv, Belichtung, Bildausschnitt und Kamerabewegung. Die Grenzen überschneiden sich. Licht wird meist sowohl bei der Mise-en-scène als auch bei der Kamera behandelt, und eine Plansequenz mit sich bewegenden Darstellern ist zugleich Figurenführung und Kameraarbeit. Die Begriffe sind Werkzeuge, um einen Film zu beschreiben, keine Mauern zwischen Abteilungen.

Mise-en-scène im Drehbuch schreiben

Wähle Details, keine Inventarliste. Wer liest, braucht nicht jeden Gegenstand im Raum, nur die zwei oder drei, die die Geschichte erzählen: die unbezahlten Rechnungen auf der Arbeitsplatte, das umgedrehte Hochzeitsfoto. Wenn ein Detail weder die Figur zeigt noch eine Stimmung setzt noch sich später auszahlt, streich es.

Schreib, was zu sehen ist, im Präsens, und lass das Bild die Bedeutung tragen. „Das Wohnzimmer ist makellos. Auf dem Sofa ist noch die Plastikfolie“ zeigt eine Figur deutlicher als „Sie ist zwanghaft ordentlich“. Verzichte auf Kameraanweisungen, außer der Moment hängt davon ab; die Einstellungen wählt die Regie.

Nutze Figurenführung in den Regieanweisungen, wenn sie zählt. Wer zuerst eintritt, wer sich setzt und wer stehen bleibt, wer durch den Raum auf wen zugeht: Diese kleinen Bewegungen sind der Anteil der Autorin oder des Autors an der Inszenierung, und sie sagen oft mehr als eine Dialogzeile. Lies eine Szene mit verdecktem Dialog und prüfe, ob das Bild dir noch sagt, was passiert.

Häufige Fragen

Was ist Mise-en-scène?

Mise-en-scène ist alles, was in einer Einstellung vor der Kamera arrangiert wird: Szenenbild und Requisiten, Kostüm und Maske, Licht sowie Position und Bewegung der Darsteller. Der französische Ausdruck bedeutet „in Szene setzen“.

Wie spricht man Mise-en-scène aus?

Wie im Französischen: Das „en“ klingt nasal wie in „Restaurant“, die letzte Silbe klingt ungefähr wie „ßän“ und trägt die Betonung, und das End-e bleibt stumm.

Was sind die vier Elemente der Mise-en-scène?

Szenenbild, Kostüm und Maske, Licht sowie Figurenführung, also Position, Bewegung und Spiel der Darsteller. Diese Einteilung stammt aus dem Lehrbuch Film Art von Bordwell und Thompson; manche zählen den Bildausschnitt dazu.

Was ist ein Beispiel für Mise-en-scène?

In Citizen Kane spielt der junge Kane draußen im Schnee, sichtbar durchs Fenster, während seine Mutter im Vordergrund über seine Zukunft unterschreibt. Die Anordnung von Raum, Fenster und Menschen erzählt die Geschichte in einem einzigen Bild.

Was ist der Unterschied zwischen Mise-en-scène und Montage?

Mise-en-scène ist, was innerhalb einer Einstellung arrangiert wird. Montage ist die Bedeutung, die beim Verbinden von Einstellungen entsteht. Eine lange Einstellung lebt vor allem von der Mise-en-scène, eine Folge schneller Schnitte von der Montage.

Ist Mise-en-scène dasselbe wie Kamera?

Nein, auch wenn sie sich überschneiden. Mise-en-scène ist, was vor die Kamera gestellt wird; die Kamera ist, wie gefilmt wird, durch Objektiv, Belichtung, Bildausschnitt und Bewegung. Licht wird meist bei beidem behandelt.

Wie zeigt man Mise-en-scène im Drehbuch?

Mit Szenenüberschriften und Regieanweisungen: Man wählt den Ort, die wenigen Details, die zählen, und wo Figuren stehen und wie sie sich bewegen. Schreib, was das Publikum sehen muss, und überlass die Kameraentscheidungen der Regie.